Fällung der Blutbuche

Ein schwüler, warmer Sommerabend am 16. Juni 1997: beim Verlassen des Botanischen Gartens, hörte der Gartenleiter ein sehr starkes Knacken bei der grossen rotlaubigen, rund 140 jährigen Buche am Rande des Nutzpflanzengartens. Aus Sicherheitsgründen wurde der Burgweg sofort gesperrt. Am folgenden Tag wurde durch die Fa. Volz, Baumpflege, Hinteregg ein grosser Seitenast stark eingekürzt. Dieser Ast war im Ansatz bereits verpilzt.

Arbeit in luftiger Höhe

Die Baumpflege-Firma Tilia aus Frick begutachtete die Buche und stellte eine reduzierte Kronenstabilität fest. So wurden mittels festem Anker und Cobra – Anker (gewisse Dehnbarkeit), sowie einem Kronenrückschnitt die Stabilität verbessert und auch die Sicherheit der GartenbesucherInnen gewährleistet. Es folgten mehrere Diskussionen über die weitere Pflege und das Vorgehen betreffend des Unterhalts dieses Buchen-Monumentes. Wir entschlossen uns langfristig (innert 5 bis 15 Jahren) die Buche zu entfernen und wieder durch einen Baum zu ersetzen, welcher ein grosses Grünvolumen im Sinne der Landschaftsarchitektur bringt. Aus Respekt vor dem altehrwürdigen Baum und aus Kostengründen wollten wir eine Fällung möglichst lange hinauszögern, sofern die Sicherheit erhalten werden konnte. Da die Verpilzung schneller voranschritt als erwartet und so immer wieder Äste herrunterfielen (im belaubten wie auch im unbelaubten Zustand) und wir vermehrt im Baum arbeiten mussten, entschlossen wir uns für eine Fällung im Winter 2008/09.

Ein weiteres Stück wird mit dem Kran aus der Krone entfernt

Manche der abgesägten Stücke haben selbst die Grösse eines stattlichen Baumes. Aus Planungsgründen verschoben wir die Fällung nochmals um einen Winter (definitiv 2009/10). Dieses Frühjahr fiel wiederum ein Ast von ca. 12 cm ø herunter; mitten in der Knospenschwellung stockte das Wachstum. Dieses Alarmzeichen veranlasste uns, eine nochmalige Lagebeurteilung betreffend Gesundheitszustand unserer dominanten Blutbuche durchzuführen. So entschieden wir uns für eine sofortige Fällung aus Sicherheitsgründen. Dies ist letzte Woche am 13.5. und 14.5.09 nun geschehen. Wir mussten 20 m3 Festholz (ergäbe 34 Ster Brennholz) und 45 m3 Hackholz abführen lassen. Zur Zeit ist noch die in der Mitte erkrankte Baumscheibe von fast 2.10 m ø sichtbar.

Baumscheibe Baumscheibe als letzter Zeuge der einst stolzen Buche

Im Verlaufe des Sommers 09 soll nun ein rotlaubiger Sämling einer Rotbuche (Fagus sylvatica) in unmittelbarer Nähe gepflanzt werden.

Text: P. Enz
Bilder: P. Enz, A. Bernhard