Tropischer Tieflandregenwald

Unser grösstes Schauhaus

Das grösste der drei Schauhäuser ist bis zu 16 m hoch und hat ein feucht-heisses Klima. Aufgrund der Sanierung der Häuser wurden hier 2011-2012 fast alle Pflanzen entfernt und erst 2013 wieder neu gesetzt. Entsprechend offen wirkt das Haus zur Zeit noch. Andererseits hat uns der Umbau ermöglicht, das Haus inhaltlich neu zu gestalten. Im vorderen Teil wird ein tropischer Regenwald entstehen: dicht, dunkel, feucht und grün. Der Schwerpunkt der Pflanzensammlung liegt hier auf schattenangepassten Kräutern und Sträuchern des Waldunterholzes, wie z.B. Aronstabgewächsen (Araceae), Heliconien (Heliconia) und Begonien (Begonia). Diese Pflanzen zeichnen sich durch besondere Anpassungen an Lichtmangel aus, wie z.B. grosse Blätter, spiralförmig angeordnete Blätter, um Selbstbeschattung zu vermeiden, farbige Blattunterseiten die auch das letzte Licht noch herausfiltern, oder farbig gemusterte Blattoberseiten die Insektenfrass vortäuschen und so Insekten abschrecken. Aber das Herz eines Regenwaldes bilden natürlich die Bäume. Neben einer Sammlung typischer tropischer Baumgattungen wie z.B. diversen Palmen und Feigenarten (Ficus) und Vertrertern aus den Familien der Sapotaceae (Breiapfelgewächse) oder Anacardiaceae (Sumachgewächse), zeigt das neue Betonmodell eines Regenwaldriesen (Shorea fatiguana, Dipterocarpaceae) wie gross Tropenbäume werden können. An dem Baumstamm ranken sich Lianen empor, während epiphytische Pflanzen ihren Platz an der Sonne geniessen. Eine Plattform auf 6 m Höhe erlaubt einen Blick auf und in die Baumkronen. Noch wird es einige Jahre dauern, bis die neu gesetzten Pflanzen einen dichten Wald bilden, aber bereits jetzt gibt es viele spannende Details zu entdecken. Der obere Teil des Hauses ist den tropischen Nutzpflanzen gewidmet. Seitlich wurden Agroforstbereiche angelegt, in denen Nutzgehölze wie Kaffee (Coffea arabica), Kakao (Theobroma cacao) und Kokosnuss (Cocos nucifera) zusammen mit Kletterpflanzen wie Vanille (Vanilla planifolia) und Pfeffer (Piper nigrum) wachsen. Im mittleren Bereich dieses Nutzpflanzengartens wachsen lichtliebende, eher niedrige Arten wie Ananas (Ananas comosus), Maniok (Manihot esculenta) oder Erdnüsschen (Arachis hypogaea). Gewürz- und Medizinalpflanzen stehen eher an den Rändern der Plantage. Zusammen mit dem Nutzpflanzenbereich im Aussenglände vermittelt dieser Bereich einen Eindruck der enormen Bedeutung von Pflanzen als Quelle für Nahrung, Heilsubstanzen, Öle, Fasern und Baumaterial.