Baumfarne

Portraitierte Baumfarne

Einführung

Zusammen mit den Bärlapp-Gewächsen (Lycophyten) gehören Farne zu den ersten Landpflanzen mit der Fähigkeit holzartiges Material und somit Bäume zu bilden. Bereits vor 400 Mio. Jahren, also lange vor dem Zeitalter der Dinosaurier, war eine grosse Artenvielfalt vorhanden. Bärlappe und Farne bildeten grosse Bäume und riesige Wälder, welche weitgehend für das heutige Erdölvorkommen verantwortlich sind.

Eine Farnpflanze besteht grundsätzlich aus Wurzeln, einem aufrechten oder niederliegenden Stamm und den Farnwedeln. Diese sind meist gefiedert und tragen auf der Unterseite die für die Reproduktion zuständigen Organe (Sporangien). Farnsporen verbreiten sich über den Wind oder das Wasser und bestehen nur aus der Hälfte des genetischen Materials. Sind die Bedingungen günstig, so keimen die Sporen aus. Dieser sogenannte Vorkeim ähnelt einem kleinen Moos und wird oft nicht grösser als 1 cm im Durchmesser. Auf der Unterseite dieses Vorkeims bilden sich weibliche bzw. männliche Geschlechtsorgane. Nach der Befruchtung und somit erneuter Vervollständigung des genetischen Materials beginnt eine neue Pflanze, der Farn, zu wachsen und der Zyklus kann von neuem beginnen.

Als Baumfarne werden im weiteren Sinne sämtliche Farne mit einem aufrechten, wurzeltragenden Stamm bezeichnet. Eine bestimmte Gruppe (Cyatheales) hat jedoch besonders viele baumförmige Vertreter hervorgebracht. Im Botanischen Garten Zürich sind davon drei Familien mit baumartigen Vertretern vorhanden: Cyatheaceae, Dicksoniaceae und Cibotiaceae.

Baumfarne kommen vor allem in den Tropen und Subtropen, aber auch in den gemässigteren Wäldern der Südhemisphäre vor. Ihre Verbreitung ist begrenzt durch ihren Anspruch an eine kontinuierliche Wasserversorgung und durch ihre hohe Frostempfindlichkeit.

Baumfarne werden kommerziell genutzt. So können sie für Zäune, aber auch für Gegenstände im Haus verwendet werden. Die Fasern der Baumfarne, d.h. der Stamm mit den Wurzeln, eignet sich hervorragend für die Anzucht von Orchideen und andere Aufsitzer-Pflanzen (Epiphyten). Aufgrund dieser Nutzung sind jedoch viele Baumfarne stark bedroht und deshalb auch geschützt. Mehrere Baumfarne enthalten giftige Stoffe und werden in der Medizin verwendet. Manche Arten werden jedoch auch ihrer Nährstoffe wegen geschätzt, so Cyathea medullaris.

Stamm der Baumfarne: Der Stamm der Baumfarne besteht aus einem zentralen Mark. Rings herum sind die Spuren der Blattwedel zu sehen. Die Stabilität wird vorwiegend von der harten äusseren Rinde, den inneren, dunkelgefärbten Scheiben und den herablaufenden Wurzeln gewährleistet (Bild). Die Wurzeln tragen nicht nur zur Stabilität des Baumes bei, sondern sind auch für die Nährstoffaufnahme wichtig. So sollten bei der Kultivierung nicht nur die Wurzeln im Boden, sondern auch die Wurzeln des Stammes mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden.

Isaline Mercerat und Meret Huber