Palmfarne

Einführung

Cycadeen sind zweihäusige Nacktsamer (Gymnospermen), d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die Palmfarne haben ihren Namen erhalten, weil der Stamm ähnlich den Palmen ist und die fiedrigen Blätter Farnen gleichen. Trotzdem sind sie weder mit den Palmen noch mit den Farnen näher verwandt.

Die Gruppe der Cycadeen besteht aus gut 200 Arten, welche vor allem in frostfreien tropischen und subtropischen Gebieten der Erde vorkommen. Früher wurden Cycadeenstämme zur Stärkeproduktion verwendet, was jedoch heute kaum noch geschieht. Grund dafür ist die Seltenheit der Palmfarne wegen übermässiger Nutzung der Pflanzen. Die für Cycadeen typische Pfahlwurzel zieht bei bestimmten Arten den Stamm immer tiefer in den Boden hinein. In den Wurzeln leben Blaualgen, welche wie die Knöllchenbakterien bei den Leguminosen (Hülsenfrüchte) Luftstickstoff fixieren. Im Gegenzug erhalten die Blaualgen ein geschütztes Milieu und Stärkeprodukte der Pflanze.
Im Mesozoikum (vor 250 Millionen Jahren bis zum Aussterben der Dinosaurier) waren die Cycadeen relativ häufig. Sie haben somit lange Zeit zusammen mit den Dinosaurieren die Erde bevölkert. Die Dinosaurier scheinen die bestachelten und zum Teil sehr giftigen Blätter nicht gefressen zu haben. Die Samen weisen die höchste Konzentration an Gift auf, da die Pflanze ihre Nachkommen besonders gut vor Frassfeinden schützen will. Man hat herausgefunden, dass der langjährige Verzehr von ungenügend gewaschener Cycadeenstärke zu Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson führen kann. Dieses Phänomen wurde als erstes auf der Insel Guam beobachtet, wo Fledermäuse die Samen der Cycadeen fressen und die Inselbewohner durch den Verzehr der Fledermäuse indirekt die Gifte der Cycadeen in sich aufnehmen und damit vermehrt Parkinson oder Alzheimer aufweisen.

Altersbestimmung der Cycadeen

Das Alter des Stammes kann bei den meisten Cycas-Arten relativ leicht bestimmt werden. Im oberen Bereich wechseln sich nämlich immer grüne Blätter mit kleinen braunen Schuppenblättern im Jahresturnus ab. Bei gewissen Arten kann dies auch zweijährlich sein, ein klarer Wechsel von Laubblättern und Schuppenblättern ist aber meist klar feststellbar. Beim Weibchen sind zusätzlich weibliche Fruchtblätter beteiligt, die ringförmig zwischen den Schuppenblättern vorkommen. Mit der Zeit fallen allerdings die grünen Blätter ab, aber deren Ansatzstellen können immer noch sehr gut von den Schuppenblättern, welche nicht abfallen, unterschieden werden. Im unteren Bereich des Stammes fallen jedoch die Schuppen auch ab und die Blattansatzstellen sind meist nicht mehr deutlich erkennbar. Dies verunmöglicht eine Jahresbestimmung im unteren Stammbereich.

Mike Hug und Stefan Gerber