Urtümliche Blütenpflanzen - basal aber nicht banal

Portraitierte Urtümliche Blütenpflanzen

Im Subtropenhaus:
Hedycarya angustifolia
Illicium lanceolatum - Chinesicher Anis
Sarcandra chloranthoides - mit den einfachsten Blüten der Welt?
Austrobaileya scandens - Sternanisartige Liane

Im Tropenhaus
Aristolochia arborea - Baumartige Pfeifenblume
Aristolochia tricaudata - Dreischwänzige Pfeifenblume
Piper augustum - seltenes Pfeffergewächs

Im Anzuchthaus
Eupomatia laurina - Duftender Strauch mit magnolienähnlichen Blüten

Einführung

Die basalen Blütenpflanzen sind die ersten blühenden Bedecktsamer (Angiospermen), die sich von den Ur-Blütenpflanzen abgezweigt haben. Viele davon sind wohl schon seit 100 – 140 Millionen Jahren auf der Erde. Diese urtümlichen Blütenpflanzen umfassen nur wenige hundert Arten, verglichen mit den tausenden von Arten der restlichen Blütenpflanzen. Die urtümlichen Ordnungen sind vorwiegend verholzte Pflanzen, die ätherische Öle bilden. Die Blüten sind sehr verschieden aufgebaut. So sind die Blütenorgane schraubig oder auch oft in dreizähligen Kreisen angeordnet. Eine Besonderheit bildet die sogenannte ANITA-Gruppe, deren Name sich aus Anfangsbuchstaben der allerersten Blütenpflanzen zusammensetzt. Die Seerosen (Nymphaeales) liefern den zweiten Buchstaben dieses komischen Kürzels. Die Pflanzenauswahl an basalen Blütenpflanzen im Botanischen Garten Zürich sind geprägt durch die umfassenden Forschungsarbeiten von Dr. Peter Endress und seiner Forschungsgruppe. Über viele Jahre hinweg hat er sich dieser Gruppe gewidmet und durch Einführung von Samen zur Erhaltung von bedrohten Arten beigetragen. So sind einige Exemplare, die im Subtropen- und Tropenhaus des BGZ zu finden sind, in der Natur praktisch ausgestorben und zum Teil selbst in Kultur selten aufzufinden.

Joy Reding und Patricia Wepfer