Zaubernussgewächse

Portraitierte Zabernussgewächse

Einführung

Blütenstand von Hamamelis mollis

Zaubernussgewächse werden auch Hamamelisgewächse genannt und gehören zur Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifragales). Sie wachsen in allen Regionen der Welt, von den gemässigten Zonen bis zu den Tropen. Ihre Hauptverbreitung liegt in den Subtropen. Total werden 30 Gattungen gezählt, eine davon, Hamamelis, hat der ganzen Gruppe den Namen gegeben. Zur Gattung Hamamelis gehören fünf Arten, die alle im Winterhalbjahr blühen: Japanische Zaubernuss (H. japonica) und Chinesische Zaubernuss (H.mollis) kommen aus Asien, die Virginische Zaubernuss (H.virginiana), ebenso H. vernalis und H. ovalis stammen aus Nordamerika.

Bei uns sind Hamamelis-Arten als winterblühende Freilandpflanzen beliebt. Im Botanischen Garten steht eine ganze Gruppe nördlich des Savannenhauses. Die Sträucher werden drei bis vier Meter hoch und haben eine breite, ausladende Krone. Ihre Rinde ist grau bis braungrau. Sie blühen von Dezember bis März. Wenige Arten werden medizinisch genutzt. Hamamelis virginiana (auch Hexenhasel oder Virginische Zaubernuss genannt) ist die bekannteste Heilpflanze in dieser Gattung. Die Blätter helfen bei Hautverletzungen, lokalen Entzündungen von Haut und Schleimhäuten, Hämorrhoiden und Krampfaderbeschwerden. Sie werden in der Volksmedizin auch innerlich angewendet bei Durchfallerkrankungen und Zahnfleischentzündungen. Die Heilkraft beruht u.a. aufgrund der Gerbstoffe, die eine adstringierende, lokal blutstillende oder entzündungshemmende Wirkung besitzen.

Im Tropen- und Subtropenhaus gedeihen Vertreter der Zaubernussgewächse, die nicht winterhart sind. Die grosse Zahl kultivierter Zaubernussgewächse im Botanischen Garten haben wir Prof. Dr. P. Endress vom Institut für Syst. Botanik (Universität Zürich) zu verdanken, der schon seine Doktorarbeit über diese Familie schrieb.

Rita Ganz und Ursula Wegmann